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Wueste der Wirklichkeiten, Sujet
                              Flavia Mazzanti
Wüste der Wirklichkeiten

Die Matrix ist die Welt, die über deine Augen gestülpt wurde,
damit du blind für die Wahrheit bist. [Morpheus im Film Matrix]

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir laden Sie herzlich zur Vernissage unserer Ausstellung Wüste der Wirklichkeiten mit Univ-Prof. Dr. Sabine Flach und zur Eröffnung von aktuelle kunst in graz mit Landeshauptmann Mag. Christopher Drexler und Kulturstadtrat Dr. Günther Riegler ein.

Im Anschluss freuen wir uns auf ein Come-Together mit Music and Visuals and Drinks!

Programm, Freitag, 12. Mai im Palais Trauttmansdorff:
18:00 Uhr – aktuelle kunst in graz, Eröffnung mit LH Christopher Drexler, KStr. Günther Riegler und der Leiterin von aktuelle kunst in graz Tanja Gassler
18:30 Uhr – esc medien kunst labor, Wüste der Wirklichkeiten, Vernissage mit der Leiterin des Instituts für GegenwartsKunst Sabine Flach
19:00 Uhr – Room of Fine Arts, Magic Hubert Schmalix, Einführung von Dr. Elisabeth Fiedler, Joanneum Graz
19:30 Uhr - Galerie Grill, the place of pleasure, Eröffnung mit Klaus Mosettig
20:00 Uhr - Grazer Kunstverein, sekretas, Führung mit Tom Engels, Künstlerischer Leiter
21:00 Uhr - Music and Visuals and Drinks im Innenhof des Palais Trauttmansdorff

Music
21:00 - 22:00 Uhr DJ Adriana Celentana
22:00 - 23:00 Uhr DJ Ocho
23:00 - 24:00 Uhr DJ Adriana Celentana b2b DJ Ocho
24:00 Uhr DJ Nina Eba

Visuals
Nick Acorne
Valerio Zanini
ZhiZhi

Mit vielen Grüssen aus dem esc medien kunst labor
Reni Hofmüller und Ilse Weber


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Zur Ausstellung: Wüste der Wirklichkeiten

Die Matrix ist die Welt, die über deine Augen gestülpt wurde,
damit du blind für die Wahrheit bist. [Morpheus im Film Matrix]


Wüste der Wirklichkeiten

Mit Wüste der Wirklichkeiten überschreibt das esc medien kunst labor den Programmentwurf für 2023. Damit sollen die für dieses Jahr geplanten Präsentationen, Entwicklungen und Theorie-Veranstaltungen konturiert und kommuniziert werden.

Der Titel zitiert eine Szene im ersten, 1999 erschienenen Teil der Matrix-Quadrologie der Wachowskis, worin zwei Realitäten konfrontiert werden. Die eine gleicht der, die das Publikum als die ihre erkennt, mit der es sich mehr oder weniger arrangiert hat; diese stellt der Film als ein allumfassendes Simulacrum, als die Matrix vor. Die andere Realität wird als die Wüste der Wirklichkeit apostrophiert, diese ist im Unterschied zur allgemeinen Erfahrungswirklichkeit eine apokalyptische Ruinenlandschaft. Dabei verweist die Szene zugleich auf die Simulation (durch den aus ihr heraus sich auftuenden Blick wird der Unterschied evident) und eine Realität, die beansprucht, wirklicher zu sein, indem sie erschüttert und durch die Vorstellung, diese Realität erleiden zu müssen.

Die Dualität Wirklichkeit/Fiktion bzw. Simulation hat besonders vor der Jahrtausendwende kulturtheoretische Aufmerksamkeit erhalten. Wir nehmen sie wieder in den Blick – heute
mit Fokus auf die Realität der vormals oft nur spekulativ, theoretisch und extrapolierend, vielfach als Vorschein angesprochenen Verhältnisse und Dinge – etwa auf realisierte Systeme der Künstlichen Intelligenz und deren breite Anwendung sowie aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, die eine Wüstenbildung befeuern.

Digitale Infrastrukturen und vernetzte Technologien sind längst Alltag geworden, durchdringen nahezu sämtliche Lebensbereiche. Die Welt scheint berechenbar, unser Körper und unser Handeln codierbar. Bereitwillig werden Verantwortung und Kompetenzen Maschinen (ausgestattet mit selbstlernenden Programmen) überantwortet, deren Funktionsweisen – quasi im Gegenzug – sukzessive in unserem Körper und in unserem Bewusstsein ebenso wie in unseren sozialen Beziehungen wirksam werden. Eine neue Dimension dieser Prozesse wurde erreicht, als wir begonnen haben, Algorithmen ethisch-moralische Entscheidungen zuzubilligen. Bedrohliche Brisanz gewinnt diese Entwicklung vor allem angesichts autonomer Systeme (z.B. Drohnen), die über Freiheit und Repression und sogar über Leben und Tod entscheiden können.

Mit dem Programm Wüste der Wirklichkeiten soll zum Blick auf politische wie technische Formate der „Simulation“ im Licht der Gegenwart auch ein Blick auf eine Realität geworfen
werden, wie der Folgen des Klimawandels, der Zerstörung riesiger Landflächen bei der Gewinnung von Rohstoffen, der Verschmutzung der Meere und Seen, von Grundwasser
und Quellen. Ebenso wie in der Zerstörung der Natur hat das Ruinöse und Ruinierte seine Entsprechung in der Erosion sozialer und demokratiepolitischer Errungenschaften.
Aus dieser Perspektive stellt sich die Frage, ob ein Leben, wie es (in Europa) weitgehend als real erfahren und im Glauben an die Möglichkeiten der Partizipation, Entscheidungsfreiheit, soziale Sicherheit, eine halbwegs intakte Umwelt, gesunde Lebensmittel usw. gelebt wird, nicht schon längst einer Art „Matrix“ geschuldet ist.

Die Metaphorik der Wüste erlaubt gleichzeitig auch die Frage nach „Wasser“ und „Möglichkeiten der Bewässerung“. Denn – das besagen Erfahrung und das Prinzip Hoffnung – Wüsten können temporär und punktuell (wieder) zum Blühen gebracht werden.

Installationen:

Watson’s Ghost, Heather Dewey-Hagborg (USA)
The AI Prostheses, Marco Donnarumma (ITA) & Ana Rajcevic (DEU/ENG)
Duality,
Roland Jankowski (AUT),
Amazonian Flesh,
knowbotiq (CHE)
Deep Reckonings,
Stephanie Lepp (USA)
The Drone Aviary,
Superflux (ENG)
Plastic Landfill, Fashion Tornado,
Benjamin Von Wong (CAN),
Where the City Can’t See,
Liam Young (AUS)

Termine:

Schutzengel
Drohnenperformance mit Roland Jankowski
Samstag, 13.5.2023, 11:00 Uhr – 17:00 Uhr
Beginn jeweils zur vollen Stunde,
Dauer ca. 5 Minuten  
 
Führung und Gespräch
mit Reni Hofmüller und Ilse Weber
Samstag, 13.5.2023, 13:05 Uhr

Finissage
Freitag, 7.7.2023, 18:00 Uhr

Öffnungszeiten – Eröffnungswochenende
aktuelle kunst in graz
Freitag, 12.5.2023, ab 18:00 Uhr
Samstag, 13.5.2023, 11:00 – 19:00 Uhr
Sonntag, 14.5.2023, 11:00 – 17:00 Uhr

Öffnungszeiten 16.5. – 7.7.2023
Dienstag – Freitag, 14:00 – 19:00 Uhr
und nach Vereinbarung


Ausgezeichnet mit dem Österreichischen Kunstpreis 2020 in der Kategorie Kulturinitiativen.
Gefördert von: Kulturamt der Stadt Graz, Kulturreferat des Landes Steiermark, BMKÖS.

Mit dem Besuch der Veranstaltung erklären Sie sich mit der Aufnahme und Verwendung von Foto- und Videomaterial einverstanden.
esc medien kunst labor | Bürgergasse 5, 8010 Graz | Telefon: +43 316 836 000 | esc@mur.at | esc.mur.at

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Desert of Realities

Dear Ladies and Gentlemen!

We cordially invite you to the vernissage of our exhibition Desert of Realities with Univ-Prof. Dr. Sabine Flach and to the opening of aktuelle kunst in graz with Landeshauptmann Mag. Christopher Drexler and Kulturstadtrat Dr. Günther Riegler.

Afterwards we are looking forward to a come-together with music and visuals and drinks!

Program, Friday, May 12 at Palais Trauttmansdorff:
6:00 p.m. - aktuelle kunst in graz, opening with LH Christopher Drexler, KStr. Günther Riegler and the director of aktuelle kunst in graz Tanja Gassler
18:30 - esc medien kunst labor, Desert of Realities, Vernissage with the director of the Institute for Contemporary Art Sabine Flach
19:00 - Room of Fine Arts, Magic Hubert Schmalix, introduction by Dr. Elisabeth Fiedler, Joanneum Graz
19:30 - Gallery Grill, the place of pleasure, opening with Klaus Mosettig
20:00 - Grazer Kunstverein, sekretas, guided tour with Tom Engels, Artistic Director
21:00 - Music and Visuals and Drinks in the courtyard of Palais Trauttmansdorff

Music
21:00 - 22:00 h DJ Adriana Celentana
22:00 - 23:00 h DJ Ocho
23:00 - 24:00 h DJ Adriana Celentana b2b DJ Ocho
24:00 h DJ Nina Eba

Visuals
Nick Acorne
Valerio Zanini
ZhiZhi

With many greetings from esc medien kunst labor
Reni Hofmüller and Ilse Weber

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About the exhibition: Desert of realities

The matrix is the world that has been put over your eyes,
so that you are blind to the truth. [Morpheus in the movie Matrix]

Desert of realities

Desert of Realities is the title of esc medien kunst labor's draft program for 2023, intended to contour and communicate the presentations, developments, and theoretical events planned for this year.

The title quotes a scene in the first part of the Wachowskis' Matrix Quadrology, published in 1999, in which two realities are confronted. One resembles the one the audience recognizes as theirs, with which they have more or less come to terms; this the film presents as an all-encompassing simulacrum, the Matrix. The other reality is apostrophized as the desert of reality; in contrast to the general reality of experience, this is an apocalyptic landscape of ruins. Thereby the scene refers at the same time to the simulation (by the view opening out of it the difference becomes evident) and a reality which claims to be more real by shaking and by the idea of having to suffer this reality.

The duality reality/fiction or simulation has received cultural theoretical attention especially before the turn of the millennium. We take a look at it again - today with a focus on the reality of what were formerly often only speculative, theoretical and extrapolative, often addressed as appearances - for example, on realized systems of artificial intelligence and their broad application, as well as current social developments that are fueling a desertification.

Digital infrastructures and networked technologies have long since become part of everyday life, permeating almost all areas of life. The world seems predictable, our bodies and actions codable. Responsibility and competencies are willingly handed over to machines (equipped with self-learning programs), whose modes of operation - quasi in return - successively take effect in our bodies and in our consciousness as well as in our social relationships. A new dimension of these processes was reached when we began to grant algorithms ethical-moral decisions. This development gains threatening explosiveness especially in view of autonomous systems (e.g. drones) that can decide about freedom and repression and even about life and death.

With the program Desert of Realities, a look at political as well as technical formats of "simulation" in the light of the present will also be taken at a reality the consequences of climate change, the destruction of vast areas of land for the extraction of raw materials, the pollution of seas and lakes, groundwater and springs.Just as in the destruction of nature, the ruinous and ruined has its counterpart in the erosion of social and democratic achievements. From this perspective, the question arises whether a life as it is largely experienced (in Europe) as real and lived in the belief in the possibilities of participation, freedom of decision, social security, a halfway intact environment, healthy food, etc., has not long been indebted to a kind of "matrix".

The metaphor of the desert allows at the same time the question of "water" and "possibilities of irrigation". Because - this is what experience and the principle of hope say - deserts can be temporarily and selectively (re)brought to bloom.


Installations:

Watson’s Ghost, Heather Dewey-Hagborg (USA)
The AI Prostheses, Marco Donnarumma (ITA) & Ana Rajcevic (DEU/ENG)
Duality,
Roland Jankowski (AUT),
Amazonian Flesh,
knowbotiq (CHE)
Deep Reckonings,
Stephanie Lepp (USA)
The Drone Aviary,
Superflux (ENG)
Plastic Landfill, Fashion Tornado,
Benjamin Von Wong (CAN),
Where the City Can’t See,
Liam Young (AUS)

Dates:

Schutzengel
Drone performance with Roland Jankowski
Saturday, 5/13/2023, 11:00 a.m. - 5:00 p.m.
Beginning every hour on the hour,
Duration approx. 5 minutes  
 
Guided tour and talk
with Reni Hofmüller and Ilse Weber
Saturday, 5/13/2023, 1:05 p.m.

Finissage
Friday, 7.7.2023, 6:00 p.m.

Opening hours - Opening weekend
aktuelle kunst in graz
Friday, 12.5.2023, from 18:00 hrs
Saturday, 13.5.2023, 11:00 a.m. - 7:00 p.m.
Sunday, 14.5.2023, 11:00 a.m. - 5:00 p.m.

Opening hours 12.5 - 7.7.2023
Tuesday - Friday, 14:00 - 19:00 h
and by appointment, free entry

Ausgezeichnet mit dem Österreichischen Kunstpreis 2020 in der Kategorie Kulturinitiativen.
Gefördert von: Kulturamt der Stadt Graz, Kulturreferat des Landes Steiermark, BMKÖS.

Mit dem Besuch der Veranstaltung erklären Sie sich mit der Aufnahme und Verwendung von Foto- und Videomaterial einverstanden.
esc medien kunst labor | Bürgergasse 5, 8010 Graz | Telefon: +43 316 836 000 | esc@mur.at | esc.mur.at