Das
Pegasus Institut für Pataphysik (PIP)
„Ein Institut für Pataphysik,
das klingt gefährlich, ja provokant,
insbesondere wenn man bedenkt, dass die
Pataphysik traditionell als vollkommen
absurde Wissenschaft gilt, als eine
Wissenschaft, die im Grunde keine ist –
eine närrisch gewordene
Wissenschaft, eine verrückte Wissenschaft.
Und doch ist in
Zeiten, in denen Fakt und Fiktion zusehends
durcheinandergeraten, sich miteinander
vermengen und paaren, nicht so klar, ob
nicht die moderne Wissenschaft selbst ein
wenig verrückt ist. Wissenschaft kann im
Grunde ja, wie alles Existente, nur relativ
verfasst sein. Keine Argumentation kann
lückenlos sein, keine Erkenntnis absolut. Im
Grunde bedeutet dies, dass Wissenschaft und
Pataphysik nicht so eindeutig voneinander
getrennt werden können, wie man klassisch
meint, ja dass Wissenschaft immer ein Stück
weit Pataphysik ist und umgekehrt.
Mit dieser
Erkenntnis betritt die Hantologie bzw. das
Hantologische, wie Derrida es nennt, die
Bühne –
eine Wesensvorstellung, die im
Gegensatz zur klassisch ontologischen von
einem schwellenhaften Sein, von einem
relativen Sein ausgeht. Auch wenn ein
solches traditionell als Tragödie und Drama
verstanden wird, so ist es doch im Grunde
ein Glück: denn nur weil das, was ist,
begrenzt ist, kann es mit und bei sich und
anderem sein. Das, was ist, ist relativ,
d.h. in multiple Beziehungen verwickelt.
Dies ist das
Forschungsfeld des Pegasus Institut für
Pataphysik. Als Institut für
hantologische Pataphysik versteht es seine
Aufgabe in der theoretischen und praktischen
Untersuchung faktischer und potenzieller
Wirklichkeiten, um die Diversität und
Exzentrizität der Welt zu dokumentieren.“
Peter Brandlmayr