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Die
Matrix ist die Welt,
die über deine
Augen gestülpt
wurde,
damit du blind für
die Wahrheit bist.
[Morpheus im Film
Matrix]
Wüste der
Wirklichkeiten
Mit
Wüste der
Wirklichkeiten
überschreibt das
esc medien kunst
labor den
Programmentwurf für
2023. Damit sollen
die für dieses Jahr
geplanten
Präsentationen,
Entwicklungen und
Theorie-Veranstaltungen
konturiert und
kommuniziert werden.
Der
Titel zitiert eine
Szene im ersten,
1999 erschienenen
Teil der
Matrix-Quadrologie
der Wachowskis,
worin zwei
Realitäten
konfrontiert werden.
Die eine gleicht
der, die das
Publikum als die
ihre erkennt, mit
der es sich mehr
oder weniger
arrangiert hat;
diese stellt der
Film als ein
allumfassendes
Simulacrum, als die
Matrix vor. Die
andere Realität wird
als die Wüste der
Wirklichkeit
apostrophiert, diese
ist im Unterschied
zur allgemeinen
Erfahrungswirklichkeit
eine apokalyptische
Ruinenlandschaft.
Dabei verweist die
Szene zugleich auf
die Simulation
(durch den aus ihr
heraus sich
auftuenden Blick
wird der Unterschied
evident) und eine
Realität, die
beansprucht,
wirklicher zu sein,
indem sie
erschüttert und
durch die
Vorstellung, diese
Realität erleiden zu
müssen.
Die
Dualität
Wirklichkeit/Fiktion
bzw. Simulation hat
besonders vor der
Jahrtausendwende
kulturtheoretische
Aufmerksamkeit
erhalten. Wir nehmen
sie wieder in den
Blick – heute mit
Fokus auf die
Realität der vormals
oft nur spekulativ,
theoretisch und
extrapolierend,
vielfach als
Vorschein
angesprochenen
Verhältnisse und
Dinge – etwa auf
realisierte Systeme
der Künstlichen
Intelligenz und
deren breite
Anwendung sowie
aktuelle
gesellschaftliche
Entwicklungen, die
eine Wüstenbildung
befeuern.
Digitale
Infrastrukturen und
vernetzte
Technologien sind
längst Alltag
geworden,
durchdringen nahezu
sämtliche
Lebensbereiche. Die
Welt scheint
berechenbar, unser
Körper und unser
Handeln codierbar.
Bereitwillig werden
Verantwortung und
Kompetenzen
Maschinen
(ausgestattet mit
selbstlernenden
Programmen)
überantwortet,
deren
Funktionsweisen –
quasi im Gegenzug –
sukzessive in
unserem Körper und
in unserem
Bewusstsein ebenso
wie in unseren
sozialen Beziehungen
wirksam werden. Eine
neue Dimension
dieser Prozesse
wurde erreicht, als
wir begonnen haben,
Algorithmen
ethisch-moralische
Entscheidungen
zuzubilligen.
Bedrohliche Brisanz
gewinnt diese
Entwicklung vor
allem angesichts
autonomer Systeme
(z.B. Drohnen), die
über Freiheit und
Repression und sogar
über Leben und Tod
entscheiden können.
Mit dem
Programm Wüste der
Wirklichkeiten soll
zum Blick auf
politische wie
technische Formate
der „Simulation“ im
Licht der Gegenwart
auch ein Blick auf
eine Realität
geworfen werden, wie
der Folgen des
Klimawandels, der
Zerstörung riesiger
Landflächen bei der
Gewinnung von
Rohstoffen, der
Verschmutzung der
Meere und Seen, von
Grundwasser und
Quellen. Ebenso wie
in der Zerstörung
der Natur hat das
Ruinöse und
Ruinierte seine
Entsprechung in der
Erosion sozialer und
demokratiepolitischer Errungenschaften.
Aus dieser
Perspektive stellt
sich die Frage, ob
ein Leben, wie es
(in Europa)
weitgehend als real
erfahren und im
Glauben an die
Möglichkeiten der
Partizipation,
Entscheidungsfreiheit,
soziale Sicherheit,
eine halbwegs
intakte Umwelt,
gesunde Lebensmittel
usw. gelebt wird,
nicht schon längst
einer Art „Matrix“
geschuldet ist.
Die
Metaphorik der
Wüste erlaubt
gleichzeitig auch
die Frage nach
„Wasser“ und
„Möglichkeiten der
Bewässerung“. Denn –
das besagen
Erfahrung und das
Prinzip Hoffnung –
Wüsten können
temporär und
punktuell (wieder)
zum Blühen gebracht
werden.
Installationen:
Watson’s
Ghost,
Heather
Dewey-Hagborg
(USA)
The
AI Prostheses,
Marco
Donnarumma
(ITA) & Ana
Rajcevic (DEU/ENG)
Duality,
Roland
Jankowski (AUT),
Amazonian
Flesh, knowbotiq
(CHE)
Deep
Reckonings,
Stephanie Lepp
(USA)
The
Drone Aviary,
Superflux (ENG)
Plastic
Landfill,
Fashion Tornado,
Benjamin Von
Wong (CAN),
Where
the City Can’t
See,
Liam Young
(AUS)
Öffnungszeiten:
16.5.
– 31.08.2023
Dienstag –
Freitag, 14:00 –
19:00 Uhr
und nach
Vereinbarung
Ausgezeichnet
mit dem
Österreichischen
Kunstpreis 2020
in der Kategorie
Kulturinitiativen.
Gefördert von:
Kulturamt der
Stadt Graz,
Kulturreferat
des Landes
Steiermark,
BMKÖS.
Mit
dem Besuch der
Veranstaltung
erklären Sie
sich mit der
Aufnahme und
Verwendung von
Foto- und
Videomaterial
einverstanden.
esc
medien kunst
labor |
Bürgergasse 5,
8010 Graz |
Telefon: +43 316
836 000 | esc@mur.at | esc.mur.at
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Wüste
der
Wirklichkeiten
Dear Ladies
and Gentlemen!
Due to the great
interest in our
current exhibition
Wüste der
Wirklichkeiten
will be extended
until Thursday
31.08.2023. We
cordially invite
you to
participation in
guided tours and
look forward to
your
visit!
With many
greetings from esc
medien kunst
labor,
Reni Hofmüller and
Ilse Weber
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About
the exhibition: Wüste
der
Wirklichkeiten
The matrix is the
world that has
been put over your
eyes,
so that you are
blind to the
truth. [Morpheus
in the movie
Matrix]
Wüste
der
Wirklichkeiten
Wüste de
Wirklichkeiten
is the title of
esc medien kunst
labor's draft
program for
2023, intended
to contour and
communicate the
presentations,
developments,
and theoretical
events planned
for this year.
The title quotes
a scene in the
first part of
the Wachowskis'
Matrix
Quadrology,
published in
1999, in which
two realities
are confronted.
One resembles
the one the
audience
recognizes as
theirs, with
which they have
more or less
come to terms;
this the film
presents as an
all-encompassing
simulacrum, the
Matrix. The
other reality is
apostrophized as
the desert of
reality; in
contrast to the
general reality
of experience,
this is an
apocalyptic
landscape of
ruins. Thereby
the scene refers
at the same time
to the
simulation (by
the view opening
out of it the
difference
becomes evident)
and a reality
which claims to
be more real by
shaking and by
the idea of
having to suffer
this reality.
The duality
reality/fiction
or simulation
has received
cultural
theoretical
attention
especially
before the turn
of the
millennium. We
take a look at
it again - today
with a focus on
the reality of
what were
formerly often
only
speculative,
theoretical and
extrapolative,
often addressed
as appearances -
for example, on
realized systems
of artificial
intelligence and
their broad
application, as
well as current
social
developments
that are fueling
a
desertification.
Digital
infrastructures
and networked
technologies
have long since
become part of
everyday life,
permeating
almost all areas
of life. The
world seems
predictable, our
bodies and
actions codable.
Responsibility
and competencies
are willingly
handed over to
machines
(equipped with
self-learning
programs), whose
modes of
operation -
quasi in return
- successively
take effect in
our bodies and
in our
consciousness as
well as in our
social
relationships. A
new dimension of
these processes
was reached when
we began to
grant algorithms
ethical-moral
decisions. This
development
gains
threatening
explosiveness
especially in
view of
autonomous
systems (e.g.
drones) that can
decide about
freedom and
repression and
even about life
and death.
With the program
Desert of
Realities, a
look at
political as
well as
technical
formats of
"simulation" in
the light of the
present will
also be taken at
a reality the
consequences of
climate change,
the destruction
of vast areas of
land for the
extraction of
raw materials,
the pollution of
seas and lakes,
groundwater and
springs.Just as
in the
destruction of
nature, the
ruinous and
ruined has its
counterpart in
the erosion of
social and
democratic
achievements.
From this
perspective, the
question arises
whether a life
as it is largely
experienced (in
Europe) as real
and lived in the
belief in the
possibilities of
participation,
freedom of
decision, social
security, a
halfway intact
environment,
healthy food,
etc., has not
long been
indebted to a
kind of
"matrix".
The metaphor of
the desert
allows at the
same time the
question of
"water" and
"possibilities
of irrigation".
Because - this
is what
experience and
the principle of
hope say -
deserts can be
temporarily and
selectively
(re)brought to
bloom.
Installations:
Watson’s
Ghost,
Heather
Dewey-Hagborg
(USA)
The
AI Prostheses,
Marco
Donnarumma
(ITA) & Ana
Rajcevic
(DEU/ENG)
Duality,
Roland
Jankowski (AUT),
Amazonian
Flesh, knowbotiq
(CHE)
Deep
Reckonings,
Stephanie Lepp
(USA)
The
Drone Aviary,
Superflux (ENG)
Plastic
Landfill,
Fashion
Tornado, Benjamin
Von Wong
(CAN),
Where
the City Can’t
See,
Liam
Young
(AUS)
Dates:
Opening hours -
Opening weekend
aktuelle kunst in
graz
Friday, 12.5.2023,
from 18:00 hrs
Saturday,
13.5.2023, 11:00
a.m. - 7:00 p.m.
Sunday, 14.5.2023,
11:00 a.m. - 5:00
p.m.
Opening hours 12.5
- 7.7.2023
Tuesday - Friday,
14:00 - 19:00 h
and by
appointment, free
entry
Ausgezeichnet
mit dem
Österreichischen
Kunstpreis 2020 in
der Kategorie
Kulturinitiativen.
Gefördert von:
Kulturamt der
Stadt Graz,
Kulturreferat des
Landes Steiermark,
BMKÖS.
Mit
dem Besuch der
Veranstaltung
erklären Sie
sich mit der
Aufnahme und
Verwendung von
Foto- und
Videomaterial
einverstanden.
esc
medien kunst
labor |
Bürgergasse 5,
8010 Graz |
Telefon: +43 316
836 000 | esc@mur.at | esc.mur.at