
zu Gast im esc medien kunst labor: impuls Festival 2023
13 Uhr: Davide Gagliardi
21 Uhr: Abschlußkonzert der
Minuten-Reihe
Sehr geehrte Damen und Herren!
Wir laden Sie sehr herzlich am Samstag, den
29.07., zu zwei Konzerten im Rahmen des impuls Festival 2023
ein!
13 Uhr: Davide
Gagliardi Performing
augmented reality
21 Uhr: Abschluß
Minutenkonzerte mit 19 Musiker:innen
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Reni Hofmüller und Ilse Weber
esc medien kunst
labor
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Aktuelle Ausstellung: Wüste
der Wirklichkeiten
Die
Matrix ist die Welt, die über deine Augen gestülpt wurde,
damit du blind für die Wahrheit bist. [Morpheus im Film
Matrix]
Wüste der Wirklichkeiten
Mit
Wüste der Wirklichkeiten überschreibt das esc medien kunst
labor den Programmentwurf für 2023. Damit sollen die für
dieses Jahr geplanten Präsentationen, Entwicklungen und
Theorie-Veranstaltungen konturiert und kommuniziert werden.
Der
Titel zitiert eine Szene im ersten, 1999 erschienenen Teil
der Matrix-Quadrologie der Wachowskis, worin zwei Realitäten
konfrontiert werden. Die eine gleicht der, die das Publikum
als die ihre erkennt, mit der es sich mehr oder weniger
arrangiert hat; diese stellt der Film als ein allumfassendes
Simulacrum, als die Matrix vor. Die andere Realität wird als
die Wüste der Wirklichkeit apostrophiert, diese ist im
Unterschied zur allgemeinen Erfahrungswirklichkeit eine
apokalyptische Ruinenlandschaft. Dabei verweist die Szene
zugleich auf die Simulation (durch den aus ihr heraus sich
auftuenden Blick wird der Unterschied evident) und eine
Realität, die beansprucht, wirklicher zu sein, indem sie
erschüttert und durch die Vorstellung, diese Realität
erleiden zu müssen.
Die
Dualität Wirklichkeit/Fiktion bzw. Simulation hat besonders
vor der Jahrtausendwende kulturtheoretische Aufmerksamkeit
erhalten. Wir nehmen sie wieder in den Blick – heute
mit Fokus auf die Realität der vormals oft nur spekulativ,
theoretisch und extrapolierend, vielfach als Vorschein
angesprochenen Verhältnisse und Dinge – etwa auf realisierte
Systeme der Künstlichen Intelligenz und deren breite
Anwendung sowie aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen,
die eine Wüstenbildung befeuern.
Digitale
Infrastrukturen und vernetzte Technologien sind längst
Alltag geworden, durchdringen nahezu sämtliche
Lebensbereiche. Die Welt scheint berechenbar, unser Körper
und unser Handeln codierbar. Bereitwillig werden
Verantwortung und Kompetenzen Maschinen (ausgestattet mit
selbstlernenden Programmen) überantwortet, deren
Funktionsweisen – quasi im Gegenzug – sukzessive in unserem
Körper und in unserem Bewusstsein ebenso wie in unseren
sozialen Beziehungen wirksam werden. Eine neue Dimension
dieser Prozesse wurde erreicht, als wir begonnen haben,
Algorithmen ethisch-moralische Entscheidungen zuzubilligen.
Bedrohliche Brisanz gewinnt diese Entwicklung vor allem
angesichts autonomer Systeme (z.B. Drohnen), die über
Freiheit und Repression und sogar über Leben und Tod
entscheiden können.
Mit
dem Programm Wüste der Wirklichkeiten soll zum
Blick auf politische wie technische Formate der „Simulation“
im Licht der Gegenwart auch ein Blick auf eine Realität
geworfen werden, wie der Folgen des Klimawandels, der
Zerstörung riesiger Landflächen bei der Gewinnung von
Rohstoffen, der Verschmutzung der Meere und Seen, von
Grundwasser und Quellen. Ebenso wie in der Zerstörung der
Natur hat das Ruinöse und Ruinierte seine Entsprechung in
der Erosion sozialer und demokratiepolitischer
Errungenschaften.
Aus dieser Perspektive stellt sich die Frage, ob ein Leben,
wie es (in Europa) weitgehend als real erfahren und im
Glauben an die Möglichkeiten der Partizipation,
Entscheidungsfreiheit, soziale Sicherheit, eine halbwegs
intakte Umwelt, gesunde Lebensmittel usw. gelebt wird, nicht
schon längst einer Art „Matrix“ geschuldet ist.
Die
Metaphorik der Wüste erlaubt gleichzeitig auch die Frage
nach „Wasser“ und „Möglichkeiten der Bewässerung“. Denn –
das besagen Erfahrung und das Prinzip Hoffnung – Wüsten
können temporär und punktuell (wieder) zum Blühen gebracht
werden.
Installationen:
Watson’s Ghost, Heather
Dewey-Hagborg (USA)
The AI Prostheses, Marco
Donnarumma (ITA) & Ana Rajcevic (DEU/ENG)
Duality, Roland Jankowski (AUT),
Amazonian Flesh,
knowbotiq (CHE)
Deep Reckonings,
Stephanie Lepp (USA)
The Drone Aviary,
Superflux (ENG)
Plastic Landfill, Fashion
Tornado, Benjamin Von Wong (CAN),
Where the City Can’t See, Liam
Young (AUS)
Termine:
Finissage
Freitag,
31.8.2023, 18:00 Uhr
Öffnungszeiten 16.5. – 31.8.2023
Dienstag – Freitag, 14:00 – 19:00 Uhr
und nach Vereinbarung
Ausgezeichnet mit dem Österreichischen
Kunstpreis 2020 in der Kategorie
Kulturinitiativen.
Gefördert von: Kulturamt der Stadt Graz,
Kulturreferat des Landes Steiermark, BMKÖS.
Mit dem Besuch der Veranstaltung erklären
Sie sich mit der Aufnahme und Verwendung von Foto-
und Videomaterial einverstanden.
esc medien kunst labor | Bürgergasse 5,
8010 Graz | Telefon: +43 316 836 000 | esc@mur.at | esc.mur.at
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Davide Gagliardi in the context of the
impuls Festival 2023
Dear ladies and gentlemen!
We cordially invite you to two concerts in the context of the impuls Festival 2023 on Saturday, July 29.
1pm: Davide Gagliardi Performing
augmented reality
9pm: Final
Performance of Minutenkonzerte with many musicians
We are looking forward to your visit!
Reni Hofmüller and Ilse Weber
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About the current
exhibition: Desert
of realities
The matrix is the world that has been put over your eyes,
so that you are blind to the truth. [Morpheus in the movie Matrix]
Desert of realities
Desert of Realities is the title of esc medien kunst
labor's draft program for 2023, intended to contour and
communicate the presentations, developments, and
theoretical events planned for this year.
The title quotes a scene in the first part of the
Wachowskis' Matrix Quadrology, published in 1999, in which
two realities are confronted. One resembles the one the
audience recognizes as theirs, with which they have more
or less come to terms; this the film presents as an
all-encompassing simulacrum, the Matrix. The other reality
is apostrophized as the desert of reality; in contrast to
the general reality of experience, this is an apocalyptic
landscape of ruins. Thereby the scene refers at the same
time to the simulation (by the view opening out of it the
difference becomes evident) and a reality which claims to
be more real by shaking and by the idea of having to
suffer this reality.
The duality reality/fiction or simulation has received
cultural theoretical attention especially before the turn
of the millennium. We take a look at it again - today with
a focus on the reality of what were formerly often only
speculative, theoretical and extrapolative, often
addressed as appearances - for example, on realized
systems of artificial intelligence and their broad
application, as well as current social developments that
are fueling a desertification.
Digital infrastructures and networked technologies have
long since become part of everyday life, permeating almost
all areas of life. The world seems predictable, our bodies
and actions codable. Responsibility and competencies are
willingly handed over to machines (equipped with
self-learning programs), whose modes of operation - quasi
in return - successively take effect in our bodies and in
our consciousness as well as in our social relationships.
A new dimension of these processes was reached when we
began to grant algorithms ethical-moral decisions. This
development gains threatening explosiveness especially in
view of autonomous systems (e.g. drones) that can decide
about freedom and repression and even about life and
death.
With the program Desert of Realities, a look at political
as well as technical formats of "simulation" in the light
of the present will also be taken at a reality the
consequences of climate change, the destruction of vast
areas of land for the extraction of raw materials, the
pollution of seas and lakes, groundwater and springs.Just
as in the destruction of nature, the ruinous and ruined
has its counterpart in the erosion of social and
democratic achievements. From this perspective, the
question arises whether a life as it is largely
experienced (in Europe) as real and lived in the belief in
the possibilities of participation, freedom of decision,
social security, a halfway intact environment, healthy
food, etc., has not long been indebted to a kind of
"matrix".
The metaphor of the desert allows at the same time the
question of "water" and "possibilities of irrigation".
Because - this is what experience and the principle of
hope say - deserts can be temporarily and selectively
(re)brought to bloom.
Installations:
Watson’s Ghost, Heather
Dewey-Hagborg (USA)
The AI Prostheses, Marco
Donnarumma (ITA) & Ana Rajcevic (DEU/ENG)
Duality, Roland Jankowski (AUT),
Amazonian Flesh,
knowbotiq (CHE)
Deep Reckonings,
Stephanie Lepp (USA)
The Drone Aviary,
Superflux (ENG)
Plastic Landfill, Fashion
Tornado, Benjamin Von Wong (CAN),
Where the City Can’t See, Liam
Young (AUS)
Dates:
Finissage
Friday, 31.8.2023, 6:00 p.m.
Opening hours 12.5 - 31.8.2023
Tuesday - Friday, 14:00 - 19:00 h
and by appointment, free entry
Ausgezeichnet mit dem Österreichischen
Kunstpreis 2020 in der Kategorie
Kulturinitiativen.
Gefördert von: Kulturamt der Stadt Graz,
Kulturreferat des Landes Steiermark, BMKÖS.
Mit dem Besuch der Veranstaltung erklären
Sie sich mit der Aufnahme und Verwendung von Foto-
und Videomaterial einverstanden.
esc medien kunst labor | Bürgergasse 5,
8010 Graz | Telefon: +43 316 836 000 | esc@mur.at | esc.mur.at